Transformation von Kernbankensystemen

Das IT-Dienstleistungsunternehmen HCL Technologies hat im Juni 2015 ein Whitepaper zur Modernisierung von Kernbanksystemen veröffentlicht. Darin werden nicht nur Treiber, sondern auch Herausforderungen bei Modernisierungs- bzw. Transformationsvorhaben von Kernbanksystemen genannt.

Kernbankensysteme sind mitunter ein wichtiges Element bei der Gewährleistung der Agilität (proaktiv und schnell die vom Kunden gewünschten innovativen Leistungen in angemessener Qualität profitabel bereit zu stellen) einer Bank. Zusammengefasst können drei Treiber für die Erneuerung von Kernbanksystemen genannt werden. Das Business ist der erste Treiber, welcher dafür sorgt, dass verstärkt mit Partnern in Form von Sourcing Modellen kooperiert wird und standardisierte Prozesse notwendig werden. Auch ist es wichtig, dass Banken insgesamt in der Produktion ihre Kosten senken. Gleichzeitig kämpfen nicht nur Finanzinstitute sondern auch immer mehr Fintech-Unternehmen um die Gunst der Kunden. Transaktionen, die nachts von Legacy-Systemen in Form von Batchprozessen verarbeitet werden (Stichwort Big Data) entsprechen nicht mehr den Anforderungen des digitalen Kunden, der immer und überall mit jeglichen Endgeräten eine Übersicht in real-time über seine Finanzausgaben erwartet. Der zweite Treiber ist technologischer Natur und treibt die Modularität sowie die SOA-Ansätze in den Kernbankensystemen voran. Diese Ansätze vereinfachen das Outsourcen von Business Prozessen, welche in der Cloud kosteneffizient und schnell ausgeführt werden können. Der dritte Treiber ist die Regulation. Neue regulatorische Anforderungen müssen möglichst schnell und flexibel umgesetzt werden können.

In der Umfrage von HCL Technologies wurden die Gründe, die zu einer Modernisierung der Kernbanksysteme führen, erörtert. 43% der befragten Banken sind unzufrieden damit, wie das Kernbankensystem Kundendaten über mehrere Channel hinweg einheitlich analysiert und darstellt. Diesbezüglich bemängeln 40% der Befragten die Unterstützung von CRM-Systemen. Ebenfalls 40% bemängeln die Produkteinführungszeit. Während PayPal bereits im Jahre 2006 P2P-Zahlungen über das Mobiltelefon angeboten hat, dauerte es 6 Jahre bis Barclays, als erste europäische Bank, einen ähnlichen Service mit Pingit einführen konnte.

Der Erfolg bzw. Misserfolg von Modernisierungsvorhaben im Kernbanksystem hat direkte Auswirkungen auf die Zukunft des Finanzinstituts. Moderne Kernbanksysteme werden dank Initiativen wie BIAN zunehmend standardisiert und unterstützen den Multichannel-Betrieb von mehreren digitalen Endgeräten. Eine adäquate Vorbereitung bei Modernisierungsvorhaben ist dementsprechend unabdingbar. Das CC Sourcing wird diesen Entwicklungen weiterhin nachgehen und auch mit Ansätzen wie BIAN Lösungsansätze aufzeigen.

Thomas Zerndt

Thomas Zerndt ist als erfahrener Berater seit über 13 Jahren Vordenker und Strukturierer in der Finanzindustrie. Mit der Gründung des CC Sourcing hat er den Grundstein zur Modellierung von Geschäftsmodellen in der Finanzindustrie gelegt und die konsequente Weiterentwicklung des Bankings mit allen neuen Facetten hinsichtlich Digitalisierung, Netzwerke und Industrialisierung vorangetrieben. Er nimmt massgeblichen Einfluss sowohl auf den innovationsorientierten Research als auch im praxisbezogenen Management Consulting.
Thomas Zerndt ist Geschäftsführer des BEI und Mitglied des Leitungsteams im CC Sourcing.
Thomas Zerndt

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