Transformation in Richtung digitale Bank: Auftakt zum 7. Forschungszyklus

Am 15. Februar 2017 ist es soweit: Das Kompetenzzentrum Sourcing in der Finanzindustrie startet mit dem ersten Workshop in den siebten Forschungszyklus (CC7). Ein Gremium aus Praxisvertretern namhafter Unternehmen aus der Finanzindustrie und weiterer Branchen sowie ein Forschungsteam der Lehrstühle der Institute für Wirtschaftsinformatik an den Universitäten St.Gallen und Leipzig setzt sich im Rahmen von sechs Workshops mit der Transformation in Richtung digitale Bank auseinander. Gemeinsam werden Modelle und Methoden entwickelt, um die Bank von morgen zu gestalten.

 

Das Kompetenzzentrum Sourcing (kurz CC Sourcing) blickt auf eine über 12-jährige Geschichte zurück. Seit 2004 betreibt das CC Sourcing praxisorientierte Konsortialforschung zu innovativen Themen im Banking. Währenddem zu Beginn das klassische Sourcing von Banking-Abwicklungsservices im Zentrum stand, sind mittlerweile Themen wie Geschäftsmodellierung oder Prozess- und IT-Gestaltung hinzugekommen. Heute steht das CC Sourcing für fokussierte Kompetenz in den Bereichen Industrialisierung und Standardisierung, Digitalisierung und Ecosysteme für die Finanzindustrie.

Der einzigartige Forschungsansatz bildet eine Symbiose zwischen Wissenschaft und Praxis: Währenddem die Wissenschaft den Stand der Forschung analysiert, stellt die enge Einbindung von Partnerunternehmen aus der Finanzindustrie und weiterer Branchen die Praxistauglichkeit der Ergebnisse sicher. Damit wird Wissen aus Forschung und Wissenschaft in praxisrelevante und innovative Lösungen transferiert. Das konsequente Denken entlang der drei Ebenen des Business Engineering-Modells Strategie, Prozesse und Systeme sichert eine strukturierte Ergebniserarbeitung.

Der Name ist Programm: Das CC Sourcing vertieft im aktuellen Forschungszyklus die digitale Bank und befasst sich mit der Fragestellung, wie sich Banken mit flexiblen Geschäftsmodellen im Finanznetzwerk positionieren. Gemeinsam mit über 15 Praxisvertretern entwickelt das CC Sourcing hierfür auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende, praxisorientierte Modelle und Methoden.

 

Ecosysteme und Innovation als Forschungsschwerpunkte 2017/2018

Die Marktentwicklungen zeigen, dass die Banken erst am Beginn der Digitalisierungswelle stehen und Modelle und Methoden zur erfolgreichen Transformation in Richtung digitale Bank benötigen. Im Fokus des CC7 stehen deshalb folgende Themen:

Transformation zur digitalen Kundeninteraktion: Vorgehen und Szenarien

Der massgebliche Treiber der digitalen Business Transformation sind neue Technologien. Sie führen zu neuen, teils viel diskutierten Entwicklungen und Fragestellungen. Währenddem bei bisherigen IT-Transformationsprozessen primär das Management der IT-Infrastruktur im Fokus stand, adressiert die digitale Business Transformation Produkte, Services und Prozesse, um mit Hilfe neuer Technologien Bedürfnisse der Kunden ganzheitlich zu adressieren. Damit verändert die digitale Business Transformation neben der IT auch die Kernprozesse der Banken, die interne und externe Zusammenarbeit und sie verlangt nach flexiblen Geschäftsmodellen. Vor diesem Hintergrund entwickelt das CC Sourcing im Rahmen des siebten Forschungszyklus eine Methodik zur erfolgreichen Umsetzung von Digitalisierungsstrategien.

 

Ecosysteme: Die vernetzte Bank

Die Welt, in der wir leben, ist VUKA: Volatil, ungewiss, komplex, mehrdeutig (Ambiguität). Deshalb und aufgrund der generell zunehmenden Komplexität von Services wollen Bankkunden in ihren Bedürfnissen erkannt und verstanden werden. Sie erwarten, dass ihre Bank ihnen als Expertin in finanzspezifischen Fragestellungen und auch darüber hinaus zur Seite steht. Fachübergreifendes Spezialistenwissen und ganzheitliche Services sind gefragt. Kunden beachten bei der Wahl ihrer Bank nicht mehr nur die angebotenen Produkte und Services, sondern sie prüfen auch das Netzwerk ihrer Bank auf mögliche Mehrwerte.

Um in dieser VUKA-Welt zu bestehen, müssen sich Banken öffnen, Kooperationen eingehen und ihre Geschäftsmodelle flexibilisieren. Es entstehen sogenannte Ecosysteme, bei denen mehrere Akteure innerhalb eines Netzwerks technologiegestützt gemeinsam Kundenbedürfnisse ganzheitlich bedienen.

Der Forschungsschwerpunkt “Ecosysteme” befasst sich damit, ob und wie sich Finanzdienstleister mit Unternehmen in- und ausserhalb der Finanzbranche vernetzen können, um gemeinsam neue Ansätze in der Kundeninteraktion zu entwickeln. Im Zentrum steht die Identifikation und Strukturierung der Bedürfnisse der Akteure innerhalb eines Ecosystems sowie die Entwicklung einer Methodik zur Bewertung von Mehrwertleistungen. Zudem werden die Positionierung und die verschiedenen Rollen von Unternehmen im Ecosystem erforscht und Governance-Strukturen erarbeitet.

 

Innovationspark: Bewertung von Innovationen und Gestaltung von Prototypen

Im “Innovationspark” erfolgt die Bewertung und die Gestaltung von disruptiven Innovationen (Stichwort Blockchain sowie künftige Szenarien von Core-Systemen). Prototypen im Sinne von Service-Marktplätzen und Anwendungsfälle mittels Blockchain zeigen die praktische Ausgestaltung:

  • Im Zusammenhang mit Ecosystemen wird ein bedürfnisorientierter Servicemarktplatz erarbeitet, bei dem verschiedenartige Services neu gebündelt und teils erweitert werden.
  • Ein Disruptionsradar erlaubt es, neue auf dem Markt auftauchende Technologien zu identifizieren, zu strukturieren und zu bewerten. U.a. wird auch der Einfluss der Blockchain-Technologie in die Überlegungen dieses Prototyps einfliessen.
  • Ein sogenanntes Periodensystem liefert eine vollständige und strukturierte Beschreibung des globalen Finanzmarktes aus Service-Perspektive. Neben klassischen Finanzdiensten berücksichtigt es auch Fintechs. Das Periodensystem basiert auf über fünf Jahren themenbezogener Forschung und wird im CC7 nach wissenschaftlichen Methoden weiterentwickelt. Banken erhalten damit ein interaktives Strukturierungs- und Beschreibungsinstrument zur internen Kommunikation und Wissensaufbereitung, für Innovationsaktivitäten und für strategische Transformationsprojekte.

 

Nachdem die letzten zwei Jahre in erster Linie von der Entwicklung ganzheitlicher Digitalisierungskonzepte und -strategien geprägt waren, steht nun ihre konkrete Umsetzung im Fokus. Insbesondere sind die Bedürfnisse der Kunden bei der Entwicklung innovativer Services konsequent ins Zentrum zu stellen und Geschäftsmodelle den neuen Rahmenbedingungen anzupassen. Die Themen des siebten Forschungszyklus widerspiegeln dies und sie sind die logische und konsequente Weiterführung des eingeschlagenen Wegs in Richtung Transformation zur digitalen Bank. Wir freuen uns, an dieser Stelle über Ergebnisse, neue Erkenntnisse und Studienresultate zu berichten, die aus dem siebten Forschungszyklus hervorgehen.

 

Wollen Sie mehr über die digitale Business Transformation im Banking erfahren? Oder stehen Sie vor einer konkreten Fragestellung? Wir unterstützen Sie gerne bei der erfolgreichen Umsetzung Ihres innovativen Vorhabens auf Basis unserer wissenschaftlich fundierten sowie praxiserprobten Modelle und Vorgehensweisen. Rufen Sie uns an (Telefon Tel. +41 (0)71 544 10 36) oder kontaktieren Sie uns per E-Mail an rebecca.nueesch@bei-sg.ch oder thomas.zerndt@bei-sg.ch oder mittels nachfolgendem Formular. Wir freuen uns auf Sie

 

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