Strong Performers im Schweizer Private Banking

Wie wird sich der Markt der Schweizer Privatbanken zukünftig entwickeln?

Die Anzahl Schweizer Privatbanken wird sich in den nächsten Jahren um 30% reduzieren. Zu diesem Schluss kommt die Mitte letzter Woche von KPMG veröffentlichte Studie “Performance of Swiss Private Banks – The widening gap“, die die Jahresberichte von 91 Schweizer Privatbanken analysiert hat.

Erklären lässt sich diese Prognose anhand der Cluster, in die das Beratungsunternehmen die Finanzinstitutionen aufgrund ihrer finanziellen Perfomance (Kennzahl: RoE) über die letzten 9 Jahre eingeteilt hat: Strong Performers (19% der untersuchten Banken, RoE: 9,1%), Turnaround Completed (26%, RoE: 3,9%), Decline Stabilized (21%, RoE: 4,0%) und Continuing Decline (34%, RoE: 0,3%). Zwischen diesen Kategorien gibt es mitunter grosse Unterschiede, z.B. was den Neugeld-Zuwachs, die Produktivität und die operativen Kosten betrifft. Die Highlights aus der Studie sind:

  • Insbesondere auf kleinere Finanzinstitute hat der Druck dieses Jahr weiter zugenommen.
  • Strong Performers bleiben auf der Überholspur, der Rest weist sehr tiefe Eigenkapitalrenditen vor: Mit einem Medianwert von 3,5% blieben die Eigenkapitalrenditen weiterhin auf einem bescheidenen Niveau und konnten auch 2014 nicht wesentlich verbessert werden.
  • Starke Effizienzunterschiede in den einzelnen Gruppen: Höhere betriebliche Effizienz und Skalenvorteile wirken sich positiv auf Renditen aus. Strong Performers erzielten vergangenes Jahr einen Umsatz von 585‘000 Schweizer Franken pro vollbeschäftigtem Mitarbeiter, Banken der Gruppe „Continuing Declince“ hingegen nur 357‘000 Franken

Doch was machen Strong Performers anders als Banken im Continuing Decline? KPMG sieht die Lösung in der stärkeren Konzentration ersterer auf ihre Kernmärkte und führt die grössere Effizienz auf Outsourcing und Skaleneffekte zurück. Und tatsächlich schneiden grössere Banken in der Studie wesentlich besser ab als kleinere Banken, von denen sich ganze 40% im Continuing Decline befinden –  im Vergleich dazu sind dies nur 19% der grösseren Banken. Kleinere Finanzinstitute sehen sich verstärkt dem Druck ausgesetzt, ihre strategische Ausrichtung zu überdenken. Künftig erwartete Liquidationen sind ein Grund für die prognostizierte Reduktion in der Anzahl an Banken.
Ein weiterer Grund sind M&A Aktivitäten, die ab einer gewissen Grösse nachweislich den RoE und die Produktivität der beteiligten Institute steigern. 2015 gab es diesbezüglich zwar wenig Aktivität, dies war allerdings auf Faktoren wie die unklare Situation Risikopositionen betreffend, die Stärke des Schweizer Franken und die Konzentration der Banken auf die Implementierung regulatorischer Initiativen zurückzuführen. In Zukunft soll die Anzahl an Mergers & Acquisitions wieder steigen.

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