Spannende Themen und Fragestellungen am ersten Workshop des CC Ecosystems vom 13. bis 15 Februar in Filzbach

Wie können Services ausgehend von den Bedürfnissen der Kunden in Ecosystemen modelliert werden? Welche Rolle spielen Open Banking, Distributed-Ledger-Technologien und Artificial Intelligence als Enabler von Ecosystems? Und wie beeinflussen wir als Menschen und Mitarbeiter mit unserer Wahrnehmung und unseren Einstellungen die Unternehmenskultur und somit auch den Erfolg von geplanter Transformation? Diese und andere Themen haben uns an unserem ersten Workshop des Competence Center Ecosystems beschäftigt. Bei strahlendem Himmel und einem fantastischen Blick auf die Glarner Alpen und den Walensee sind wir am ersten Tag mit dem Thema «Trends und deren Input auf die Unternehmen und Ecosysteme» gestartet. Ziel war es, nicht nur einen Überblick über relevante Mega-, Makro- und Microtrends zugegeben, sondern auch ein Instrumentarium zu Verfügung zu stellen, das Unternehmen eine Orientierung gibt, wie relevante Trends identifiziert werden können und wie man deren Impact auf ein Unternehmen und Ecosysteme systematisch analysiert und Handlungsempfehlungen ableitet. In einem Gastvortrag haben dann Philipp Schwaab, Paul Higgins und Christoph Berentzen u. a. ihre an Spotify angelehnte agile Organisationseinheit des Digital API Hub der Commerzbank vorgestellt. Transformation im Kontext der Digitalisierung mit Fokus auf ein selbstentwickeltes Vorgehensmodell zur Identifizierung agiler Methoden für Projekte stellte im Anschluss Daniel Proba vor. Der erste Workshoptag wurde mit einem Gastvortrag von Barbara Liebermeister vom Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter abgeschlossen, der den Teilnehmenden signalisierte, dass Führung im digitalen Zeitalter nicht gänzlich anders ist oder neu ist, sondern immer noch die seit jeher bestehenden Bedürfnisse der Mitarbeitenden befriedigen sollte. Diese Thematik hat uns den gesamten Workshop als ein Aspekt der erfolgreichen Transformation von Unternehmen begleitet.

Der nächste Tag startete mit der Frage  «Ist das schon künstliche Intelligenz?» Christian Dietzmann diskutierte dieses Thema, in dem er in einem ersten Schritt die Teilnehmenden anhand konkreter Beispiele wie einem Programm, das Super Mario spielt, einem Schachcomputer oder Sophia von Hanson Robotics abstimmen liess, ob dies künstliche Intelligenz sei und wenn ja, wie stark diese ausgeprägt sei. Bei der anschliessenden Auflösung wurde heiss diskutiert, wie man damit umgeht, dass es keine allgemein gültige Definition für künstliche Intelligenz gibt. Zumindest die Erkenntnis, dass man Programmen eher künstliche Intelligenz unterstellt, wenn sie «menschliche» Aspekte zeigen wie Mimik oder Stimme, konnten wir aus der eigenen Wahrnehmung erfahren. Die BEI macht keine «Elfenbeinturm»-Forschung, dies zeigte im Anschluss Prof. Dr. Reinhard Jung (Universität St. Gallen) durch die Vorstellung des praxisorientierten Konsortialforschungsansatzes der CC Ecosystems-Doktoranden. Hierbei hob er die Bedeutung von Interaktion mit Praxispartnern hervor. Was sind die Eigenschaften der Wertschöpfung im Ecosystem? Diesem Thema widmete sich Christian Betz und stellte provokante Thesen zur Wertschöpfung im Ecosystem auf, die ausführlich diskutiert wurden. Zum Abschluss machte Thomas Zerndt  für die  Partner noch eine Einführung zum Knowledge Sharing in der CC Ecosystems Community. Die Partner des CC Ecosystems können dabei u. a. auf die in den vergangenen Forschungszyklen erarbeiteten Resultate wie Modelle und Prototypen zugreifen.

Am letzten Tag des Workshops stellte Roger Heines die Möglichkeiten der Tokenisierung von Assets mit Hilfe von Distributed-Ledger-Technologien vor und zeigte auf, wie DLT-basierte Services gestaltet werden können. Edward Turner von der SIX Group präsentierte im Rahmen seines Partnervortrags den Teilnehmern die Zukunftsszenarien der Wertpapierwertschöpfungskette bei der SIX. Zum Abschluss führte Simon Bleher in ein aktuelles Vorhaben im Kontext von Open Banking ein.

Während des Workshops wurden an allen Tagen die Inputvorträge der Doktoranden im Rahmen von Gruppenarbeiten gechallanged und die angeregten Diskussionen gingen auch abends an der Bar weiter. Wir möchten an dieser Stelle unseren Partnern und Gästen für die sehr inspirierenden Diskussionen danken!

Vertreten an diesem Workshop waren Teilnehmer und Referenten aus folgenden Unternehmen:  Bank-Verlag GmbH, Berner Kantonalbank AG, DXC Technology Company, DZ BANK AG, Fiducia & GAD IT AG, finnova AG Bankware, Hypothekarbank Lenzburg AG, Hypo Vorarlberg Bank AG, Landesbank Baden-Württemberg, PostFinanceAG, Bank Julius Baer & Co. AG, Raiffeisen Schweiz, Swisscom (Schweiz) SA, SIX, VZ VermögensZentrum GmbH, Bank Vontobel Europe AG, Commerzbank AG (API Hub).

Stefanie Auge-Dickhut

Stefanie ist eine Grenzgängerin zwischen Forschung und Beratung. Nach Banklehre, Studium und Promotion hat sie mehr als 10 Jahre beratend im Bereich Corporate Finance, M&A und Company Valuation bei Ernst & Young und der UniCreditgroup in Stuttgart bzw. München gewirkt, bevor sie bei der Kalaidos FH Zürich unter anderem die Angewandte Forschung sowie Ausbildungsgänge im Bereich Digital Banking am Schweizerischen Institut für Finanzausbildung (SIF) aufgebaut hat. Seit 2018 leitet sie das Kompetenzfeld Ecosystems (former CC Sourcing). Sie ist als Autorin und Referentin (u. a. Management Center Innsbruck, Euroforum) aktiv und Mitglied in verschiedenen Gremien (Advisory Board Handelsblatt Bankentechnology Konferenz, Jurymitglied Diamond Star Award Handelsblatt Banken Jahrestagung).
Die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle in branchenübergreifenden Ecosystemen und innovative Technologien wie DLT und AI sind Themen, die sie begeistern.
Stefanie Auge-Dickhut

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