Datennutzung: PostFinance und Einzelhandel spannen zusammen

Im Einzelhandel ist Datenauswertung für personalisierte Werbung bereits alltäglich. Nun mischt auch eine Schweizer Bank mit: PostFinance hat am 14. Juni mit einer Pressemitteilung ihr neues Angebot PostFinance Benefit für Privatkunden präsentiert: Diese profitieren, sofern sie den Teilnahmebedingungen zustimmen, neu von bis zu 30% Rabatt in ihren Lieblingsgeschäften. Möglich wird es durch die Analyse der Transaktionen, auf Basis welcher Anbieter ihren Zielgruppen passende Angebote unterbreiten können.

Datenschutz? Gewährleistet.

Die PostFinance hat nach der Rüge durch den eidgenössischen Datenschützer im Jahr 2014 ihre Lehre gezogen und sich gemäss Pressemitteilung bei der Entwicklung von PostFinance Benefit laufend mit dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) abgesprochen. Die Unternehmen dürfen nur Zielgruppen von mindestens 100 Personen ansprechen und erfahren durch die Angebotsschaltung direkt im PostFinance E-Finance Portal nicht wer, sondern nur für welchen Betrag Kunden von der Aktion Gebrauch machen. Um die Anonymität zu gewährleisten bleiben die Daten also jederzeit bei der PostFinance.

Kunden reservieren sich ein Angebot in ihrer App, tätigen einen Einkauf innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit einem Transaktionsmittel der PostFinance, die Software erkennt dies automatisch und erstattet die Vergünstigung im nächsten Monat aufs Konto zurück.

Geschickter Zug von PostFinance

Durch die Angebotsausgestaltung wird Post Finance nicht nur dem Versprechen gerecht, die Daten nicht an Dritte weiterzugeben, sondern behält Kontrolle über die im heutigen Datenzeitalter so wichtige Kundenschnittstelle. Geld verdient die PostFinance durch das Einkassieren von Gebühren bei den Unternehmen, zu welchen aktuell Namen wie C&A, Orell Füssli, Qualipet und Siroop gehören.

Ist dies eine Win – Win – Win Situation für Kunden, Retailer und Postfinance? Es wird sich weisen. Wir beobachten die Entwicklungen auf alle Fälle. UBS, CS und Kreditkartenherausgeber halten sich in dieser Thematik aktuell zurück. Wir sind der Meinung, dass bei gegebener Transparenz gegenüber den Kunden sogenannte Consumer Data Innovations durchaus für alle Beteiligten spannend sein können und untersuchen spannende Anwendungen mit der Data-driven Customer Journey Map.

 

Der Bund vom 14.06.2017: Tausche persönliche Daten gegen Gutschein

Pressemitteilung vom 14.06.2017: PostFinance Benefit: Passende Angebote für PostFinance Kunden

Artikel im IT Magazin vom 15.06.2017: Postfinance lanciert Benefit-Programm

PostFinance Benefit Werbevideo auf YouTube: Holen Sie sich ihr Geld zurück

Christine Popp

Christine Popp

Christine Popp ist in strategischen Beratungsprojekten des CC Sourcing tätig und baut daneben das Competence Center Consumer Data Innovation mit auf. Ihr Interesse gilt Innovationsmethoden und der sinnvollen Verwertung von Daten im Hinblick auf die Optimierung der Customer Experience. Während ihres Masterstudiums in Business Innovation an der HSG absolvierte sie eine Design Thinking Ausbildung an der Stanford University.
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